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Ferrari Cavalcade 2021

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Ferrari Cavalcade 2021

Ferrari Cavalcade 2021

Für Ferraristi ist die Ferrari Cavalcade das Event des Jahres. Die treuesten Kunden der Marke erleben eine Woche voller Abenteuer hinter dem Lenkrad ihrer speziellen „Pferdchen“ und erforschen die besten Strecken und Delikatessen, die Italien zu bieten hat. Fans der Cavallino Rampante bekommen hier die Chance zu sehen und zu hören, wie die exklusivsten Autos der Marke durch die engen italienischen Straßen sausen. Die Italiener lieben Ferrari. Für sie ist die Marke eine Religion und Teil ihres Nationalstolzes. Genau diese Emotionen erfährt man am Steuer eines Ferrari in Italien. Die Reaktionen der Menschen ist unbezahlbar, überall gehen die Daumen hoch und man hört lautes „Che bella!“ mit aufregend winkenden Händen. Jedes Jahr organisiert Ferrari eine Veranstaltung für seine neueren Modelle und eine weitere für historische Autos, die Cavalcade Classiche. Beide Events fanden dieses Jahr zur gleichen Zeit statt – vom 4. bis zum 9. September auf Sizilien. Einige der Stopps hatten beide Veranstaltungen gemeinsam, doch die meisten Strecken waren unterschiedlich. Aufregende Straßen, atemberaubende Orte und neue Freundschaften und Abenteuer standen auf dem Programm. Die Schaltkulisse begleitete einen unserer treuen Stammkunden auf der Cavalcade Classiche mit seinem faszinierenden Ferrari 330 America, den er früher in diesem Jahr von uns erworben hatte.

Wenn wir nicht unterwegs waren, war Taormina unser Zuhause. Die meistbefahrenen Strecken während der Rally führten entlang der sizilianischen Ostküste: In einer Flut aus Ferraris aus den 50ern und 60ern erkundeten wir die Straße von Messina mit ihren atemberaubenden Klippen und türkisem Wasser, die prächtigen Monti Nebrodi und schließlich den Ätna mit seinen Vulkanlandschaften wie aus dem Film. (Wir hatten das Glück, etwas Vulkanasche zurück nach München mitzunehmen.) Die Aufstellung historischer Ferraris bot einen grandiosen Anblick: Ein 250 GT California SWB, ein 250 GT Berlinetta SWB, ein 275 GTB Short Nose (den wir erwarben und an den neuen Eigentümer verkauften) und einige weitere Seltenheiten standen vor uns. Die Autos sangen eine V12-Symphonie durch die italienischen Städte. Es war eine berauschende Erfahrung für alle Sinne.

Unser Pferdchen war der 330 America, den wir früher dieses Jahr erworben und an einen treuen Kunden verkauft hatten. Er ist einer von nur 50 je gebauten Modellen (von denen es mittlerweile nur noch 30 gibt), ein Mittelstück zwischen dem 250 GT/E 2+2 und dem 330 GT 2+2. Seine atemberaubende Original-Farbkombination aus Azzurro Acricilo und einem blauen Interieur, die bis heute beibehalten wurde, stellte das perfekte Pendant zu dem spektakulären türkisenen Wasser der Insel dar. Trotz seiner beträchtlichen Abmessungen machte es unglaublichen Spaß den Wagen zu fahren. Der 4,0-Liter-Colombo-V12-Saugmotor reagierte blitzschnell und schaffte ein hohes Drehmoment. Der America verschlang die Küstenstraßen geradezu.

Das Wetter stand nicht immer auf unserer Seite, da starker Regen und Hagelstürme versuchten, uns den Spaß zu verderben. Dies konnte die Klassiker jedoch nicht abschrecken. Hinter uns fuhren zwei Herren in einem 166MM Barchetta, die, genau wie es sein soll, heftig aufs Gaspedal drückten. Und plötzlich fühlen wir uns wie in das Ambiente der Mille Miglia versetzt.

Wir erlebten zwei fantastische Tage im 330 America, doch dann verabschiedete sich leider die Kupplung. Lange Streckenfahrten am Steuer eines Oldtimers verlaufen selten nach Plan. In unserem Fall saßen wir am Straßenrand, immer noch voller Adrenalin durch das Erforschen der Grenzen unseres Fahrzeugs. Leider war die Reparatur der Kupplung eines 330 America mitten im nächtlichen Sizilien sehr schwierig und unsere Aufregung verwandelte sich bald in Müdigkeit und Stress. Wir mussten unser Pferdchen traurigerweise für den Rest der Cavalcade im Stall abstellen. Dies ist der Teil der Erfahrung als Eigentümer eines klassischen Autos, der uns am wenigsten gefällt. Doch wir verzichten mehr als gerne auf den Komfort eines modernen Fahrzeugs, um der Symphonie des Vierrohrauspuffs lauschen und den Benzingeruch einatmen zu können.

Retter in der Not: der Ferrari SF90 Spider. Geradezu eine Monstermaschine, wahnsinnig schnell und greift jeden Kurvenausgang, egal wie stark man auf das Gaspedal tritt. Es hat Spaß gemacht, die Grenzen des Autos auf den gewundenen Bergstraßen zum Ätna auszutesten. Eine ganze Menge Spaß. Es war eine gute Gelegenheit, den Ferrari aus den 60ern mit dem modernen Cavallino zu vergleichen. Ein Vergleich, der sich schnell in eine philosophische Frage verwandelte. Bringt ein schnelleres Auto zwangsläufig mehr Spaß als ein langsames? In unserem Fall entschieden wir, dass uns das rohe Erlebnis durch die Gänge des 330 America zu schalten immer noch besser gefiel!

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